Leo und die fremden Männer

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Leo und die fremden Männer

Beitragvon Spätzi&Leo » 19.08.2015, 17:58

Hallo zusammen,

irgendwie habe ich ein kleines Problem mit unserem Leo… Ich hatte bereits in einem vorherigen Post schon einmal geschrieben, dass wir selbstständig sind und ihn halbtags mitnehmen, damit er nicht alleine bleiben muss.
Er ist wirklich gern im Laden und fühlt sich hier eigentlich wohl. Aber sein Problem ist, dass er generell eher ängstlich ist, aber trotzdem vor Testosteron nur so strotzt… Er verteidigt sein Revier (oder hat einfach Angst), aber nur Männern gegenüber. Diese werden aus voller Seele angebellt, will sich einer nähern, dann läuft er weg und bellt vom Weiten aus. Wir haben wirklich schon alles probiert! Vorher richtig ausgelastet, da wurde er nur aggressiv, weil er müde war. Mit Leckerchen abgelenkt bzw. versucht ihn dran zu gewöhnen etc. Es ist auch wirklich sehr seltsam, an manchen Tagen ist er super lieb und bellt niemand an und dann plötzlich rastet er bei fast jeder Person aus. Klar, ist das ein Zustand, der nicht akzeptabel ist und auch unsere Kunden vergrault. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es eigentlich an mir bzw. an unserer Beziehung liegt. Daran arbeiten wir, aber ich bin verunsichert, wie ich in solchen Momenten reagieren soll. Ich kann ihn ja schlecht die nächsten Monate den ganzen Tag zu Hause lassen oder ihn gar abgeben. Bisher habe ich auch leider noch keinen ,,Trend“ entdecken können, welche ,,Art“ Mann ein Problem für ihn darstellt. Die Hundeschulen bei uns in der Gegend habe ich besucht, aber die sind alle eher auf Schäferhunde getrimmt. Das ging so weit, dass sich Leo vor Angst eingepullert hat. Also so richtig hilfreich war das nicht :-/
Hat also evtl. jemand Erfahrung damit und einen Rat für mich, wie ich ihm in diesem Moment zeigen kann, dass ich der ,,Rudelführer" bin oder ihn beschütze oder was auch immer, damit er sich ein wenig beruhigen kann?

Ich danke euch vorab für eure Hilfe und wünschen allen einen schönen Abend.
Janina und ihr Leo

PS: Ich habe auch darüber nachgedacht ihn tagsüber in eine Hundepension zu bringen, aber die wollen ihn da nicht... Er ist zu dominant und gestresst. Zudem würde es unser Problem ja nicht lösen...
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Re: Leo und die fremden Männer

Beitragvon Anika » 20.08.2015, 09:19

Puh, das ist aus der Ferne natürlich sehr schlecht zu beurteilen.

Wie groß ist euer Laden? Habt ihr eine Möglichkeit ihm vllt. nur einen Raum oder eine ruhige Ecke zur Verfügung zu stellen? Vllt. ist Leo überfordert und weiß gar nicht wie er "sein Revier" verteidigen soll. Ständig kommen da fremde Menschen. Ich würde ihm ein nettes Eckchen einrichten und da muss er bleiben (notfalls anfangs mit einer Leine festmachen). Auf keinen Fall sollte er sich den Kunden nähern können, ich mein ich kenne Leo ja nicht, aber nicht das da mal was passiert. Einer sollte bei ihm bleiben und ihn belohnen wenn er ruhig ist. Bestellt euch Freunde/Bekannte in den Laden die mit euch üben. Er muss auf seinem Platz bleiben und lernen das er weder euch noch den Laden verteidigen muss. Dieser sollte natürlich so gelegen sein, dass die Kunden nicht dran vorbeilaufen.

Was mir noch komisch vorkommt, dass es Tage gibt wo er niemanden anbellt. Wäre es möglich, dass er irgendwelche Beschwerden hat und aufgrund dessen an einigen Tagen einfach nicht gut drauf ist, schmerzen hat o. ä.?

Eine Hundeschule ist hier auch nicht der richtige Weg. Ich an eurer Stelle würde mir einen Hundetrainer suchen der mit euch im Laden arbeitet und nicht auf einem Hundeplatz. Ihr müsst als erstes Mal wissen warum er so reagiert, Angst, Unsicherheit, Revierverhalten, schlechte Erfahrung mit Männern, etc. erst dann könnt ihr zusammen mit dem Trainer eine Lösung und einen Trainingsweg finden.

Woher kommt ihr? Vllt. kann euch jemand hier im Forum einen guten Trainer empfehlen.
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Re: Leo und die fremden Männer

Beitragvon Spätzi&Leo » 20.08.2015, 09:36

Vielen Dank für deine Antwort. Wir kommen aus Neustrelitz und unser Laden ist circa 2000 qm groß. Derzeit hat er seinen Platz unter meinem Schreibtisch, welcher extra so gebaut wurde, dass er sich darunter verkrümeln kann und nichts von der Umgebung mitbekommt, da er komplett dicht ist. Aber dafür ist er einfach viel zu Aufmerksam und rennt bei jedem kleinen Geräusch oder jeder neuen Stimme, sofort um die Ecke und bellt. Er befindet sich an einer etwas längeren Leine ( ca. 2m). Es gibt sogar Tage, da schläft er hier die ganze Zeit durch und schnarcht. Da er anfällig ist für Schnupfen etc. sind wir regelmäßig beim Arzt und er wurde auch vor Kurzem erst richtig durchgecheckt und es ist alles i.O. Was er vorher erlebt hat wissen wir leider nicht, auch seine Papiere sind sehr fehlerhaft. Seine Mutter wird erst 2019 geboren und von dem Züchter gibt es keinerlei Kontakte mehr und von diesem Hundeverein von welchem er gelistet wurde auch nicht. Wir nehmen also an, dass er als Welpe aus dem Ausland kam o.ä.
Bisher haben wir den Leuten bei denen er richtig aggressiv war, ein besonderes Leckerli gegeben und versucht ihn damit an diese Personen zu gewöhnen. Bei den meisten klappt das langsam aber sicher ganz gut, aber natürlich macht das auch nicht jeder mit. Klar möchte ich ihm zeigen, dass ich alles im Griff habe und im Internet kann man immer wieder lesen, man muss seinem Hund zeigen, dass man der ,,Boss" ist und die Situation schon regelt. Aber niemand sagt einem, wie man das anstellt :? Momentan stehe ich in Kontakt mit einer Hundetrainerin hier aus der Nähe, evtl. kann die uns ein wenig helfen. Ich will doch eigentlich nur, dass er sich wohl fühlt :buhu
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Re: Leo und die fremden Männer

Beitragvon Lasse » 20.08.2015, 10:56

Hallo Janina,

zuerst mal: Toll, dass ich euch so um Leo bemüht :hel:
Das wird sich bestimmt irgendwie lösen lassen.
Bei unserem Lasse ist es auch so, dass er mitunter Männer anbellt, vor allem, wenn sie zu uns kommen. Es ist ein angstvolles Bellen, gleichzeitig weicht er dabei zurück. Es betrifft nur bestimmte Leute, zum Beispiel kam neulich ein älterer Nachbar mit einem großen, schwarzen Regenschirm, den fand er wohl gruselig. Generell habe ich festgestellt, dass er Zigarettenrauch nicht mag, vor allem bei Männern. Einen Bekannten von uns bellt er nur an, wenn der gerade geraucht hat.
Ich habe gemerkt, dass es in der Situation hilft, wenn ich die Person freundlich begrüße, am besten mit Handschlag oder (bei nahen Bekannten) Umarmung. Ich gehe geradewegs auf sie zu, schiebe mich dabei möglichst noch zwischen Lasse und die Person (das nennt man Splitting, es ist einer der Wege, wie Hunde im Rudel für Ordnung sorgen) und dann berühre ich die Person in einer angemessenen Form und spreche gleichzeitig beruhigend auf Lasse ein. Das scheint zu wirken, er gibt dann ganz schnell Ruhe bzw. kommt selbst und schnuppert, und dann ist das Eis gebrochen.
Nun ist mir natürlich klar, dass das mit den Kunden nicht immer möglich ist. Obwohl vielleicht eine Begrüßung per Handschlag ginge? Wichtig ist, dass Leo sieht: Keine Gefahr, Frauchen hat alles unter Kontrolle, ich kann mich entspannen.
Ansonsten sähe ich - falls das nicht hilft - noch die Variante, vorübergehend einen Bereich des Ladens abzutrennen, zum Beispiel mit einem Babygitter in der Tür. Dann kriegt er alles mit, ist aber nicht abgebunden. Oder ihr trainiert ihn ganz, ganz dolle darauf, dass er in sein Körbchen/seine Box geht, wenn jemand reinkommt. Das dauert natürlich ein bisschen, könnte aber auch funktionieren.

Ich drücke euch die Daumen :win:
Liebe Grüße von Jule und Lasse

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Re: Leo und die fremden Männer

Beitragvon Snoodi » 20.08.2015, 13:20

Spontan fällt mich auch nur der Hundetrainer vor Ort ein, der sich ein Bild von der Situation machen kann. Wenn Leo bei Frauen nicht so reagiert, muss es wohl an den Männern und damit an seiner Vergangenheit liegen. Da spielen nicht nur Äußerlichkeiten wie Kleidung und Gerüche, sondern auch Gesten und - was immer wieder unterschätzt wird - die Stimme eine Rolle.
Du schreibst, dass du versuchst ihm zu zeigen, dass du alles im Griff hast. Aber Leo spürt ein bisschen Unsicherheit, Aufregung usw. bei dir und da können wir die Hunde nicht täuschen.
Die Idee, mit dem Türgitter, oder Abgrenzung finde ich gut, damit ist das Problem aber nicht gelöst, denn bellen wird er dann trotzdem.
Ich wünsche euch viel Erfolg mit der Hundetrainerin.
Liebe Grüße Iris
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