Wie wurden eure Hunde angetrailed?

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Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Tanja » 20.06.2013, 16:10

Hallo Zusammen,

ich habe jetzt schon mit einigen über die verschiedenen Methoden gesprochen wie Hunde angetrailed werden und bin teilweise doch etwas irritiert wie da vorgegangen wird.

Wir haben es so gemacht: Person ging eine kurze Strecke z.B. hinter eine Hausecke und hat beim Gehen Pansenpulver verstreut. Cleo hat den Geruchsartikelam Anfang des Trails bekommen (Ritual/Kommando wurden festgelegt) und ist dann auch super der Spur hinterher zur Person. Dort hat sie ein bisschen Pulver schlecken dürfen und dann gings in die zweite Runde. Da hat die gleiche Person nur noch Pulverhäufchen gestreut, also keine durchgehende Spur mehr. Gefunden, wieder ein bisschen Pansenpulver. Beim dritten Mal gab es schon gar keine Pansenspur mehr und sie hat die Person so gefunden. Da danach hat sie dann ihr Futter aus dem Futterbeutel von mir bekommen, bei der gefundenen Person.

Mir hat eine aus der Gruppe mal erzählt, dass sie das beim ersten Kurs ganz anders gemacht haben. Person bekommt den Futterbeutel des Hundes und rennt unter großem Geschrei und Getöse weg ins Versteck. Das soll den Hund dann motivieren?? Gerade bei Jagdhunden die auf Bewegungsreize reagieren finde ich diese Methode doch recht fraglich, habe aber auch gehört, dass es in Rettungsstaffeln auch so gemacht wird?

Was sind eure Erfahrungen?
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Paula(chen) » 20.06.2013, 16:31

Bei unserem Kurs hing es ein wenig davon ab, wie der Hund drauf reagierte, allerdings nie mit Getöse.
Erster Versuch meist: Runner steht zusammen mit Halter und Hund am Startpunkt. Runner spricht Hund mit Namen in ruhigem Ton an und geht ein paar Meter (10-15m) weg und bleibt stehen. Hund bekommt Geruchsstück hingehalten (ca 30cm Entfernung) und läuft los, gleichzeitig wird dazu das gewünschte Kommando (zB trail) genannt.
Lief der Hund nicht los, hat die Trainerin den Runner wieder zurück kommen lassen. Runner bekommt das Futter, so dass der Hund es mitbekommt, spricht Hund wieder (ruhig) an und geht los.
Im extremsten Fall hat der Runner sogar den Hund kurzzeitig an der Futterdose essen lassen, wenn ich das jetzt noch richtig im Kopf habe.

Wenn möglicht wurde versucht, das bei den nächsten Durchgängen wieder abzubauen und den Runner nicht mehr auf Sicht zu verstecken, damit der Hund anfängt seine Nase einzusetzen.

Die Anfänge wurden zudem auch im Stadtgebiet gemacht, damit der Hund nicht auf Sichtspuren im Gelände achten kann/nicht daran orientiert.

Gibt da aber wohl verschiedene Ansätze, alleine auch schon mit dem Geruchsstück hinhalten oder dem los gehen...
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon sonnenschein » 21.06.2013, 00:42

Servus,

die Methoden und Überzeugungen, welche die Richtige ist, sind bei dem Thema äußerst vielfältig. Die oben geschilderte Pansenspur halte ich aber für fragwürdig, da der Hund der Futterspur, nicht aber dem Geruch des Läufers folgt. Daher gefällt mir der nächste Ansatz mit dem Hinhalten eines Geruchsträgers wesentlich besser. Zeigen des Futters läßt den Hund wissen, warum es sich lohnt, genau diesen Menschen zu finden, daher kann man das am Anfang meiner Meinung nach auch gerne einbauen.

Aber wie gesagt: Die Methoden sind vielfältig und jeder soll das anwenden, was er für zielgerichtet hält :-)

Ciao
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Paula(chen) » 21.06.2013, 07:32

http://www.mantrailing-mania.de/pdf/jetztgehtslos.pdf & http://nasenarbeit.de/html/wie_fange_ich_an_.html sieht man übrigens auch schon zwei verschiedene Ansätze.... ;)

So wie wir es gelehrt bekommen haben, hat es eigentlich jeder Hund verstanden. Der eine halt schneller, der andere nicht so schnell, aber nach wenigen Trails wußte eigentlich jeder der teilnehmenden Hund (bis auf einer), was von ihm erwartet wird und das er irgendwann seine Nase einsetzen soll. Aber selbst der Hund (ca 11 Jahre, Windspiel-Pinscher-Mix), der es nicht so schnell "kapiert" hat, weil sie generell etwas unsicher ist, ist weiterhin am Thema dran geblieben (es haben sich ein paar Leute herauskristallisiert, die das zum Spaß weiter betreiben wollen) und trailt. Wenn halt auch über kürzere Wege und mit niedrigerer Schwierigkeit, aber das ist bei uns egal, da wir keine Rettungshunde ausbilden wollen! ;)
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Tanja » 21.06.2013, 09:12

Der Geruchsartikel ist IMMER der Anfang des Ganzen, Nase an den Geruchsartikel, Kommando und dann erst gehts los. Der Hund lernt ab der zweiten Spur, dass es hier nicht um dem Pansen geht, sondern den Menschen, den er ja jedesmal schon "mitriecht". Ich finde ehrlich gesagt die alleine schon die Bezeichnung Läufer oder Runner beim Trailen recht merkwürding... Hier geht es ja nunmal nicht darum dass jemand wegläuft, oder? ;)

Ich finde nicht, das man Bewegungsreize einbringen sollte... Damit haben wir eh alle zu kämpfen. Und den Futterbeutel gebe ich schon gar nicht vor meinem Hund an eine fremde Person... Damit mache ich mich als Chef doch ziemlich lächerlich und nicht vertrauenswürdig.
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Monty » 21.06.2013, 11:17

Hallo zusammen, wir Trailen nun auch seit wenigen wochen haben es vom prinzig auch so aufgebaut. Der Hund wusste nicht von anfang an das es Leckerlis gibt. Bin begeistert wie schnell und gut es klappt und wieviel spaß wir gemeinsam dabei haben. :sup:
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon sonnenschein » 21.06.2013, 11:51

Wie gesagt, gibt es viele Wege, die nach Rom führen :-) Wenn es langanhaltend funktioniert, hat einfach jeder Recht. Ich selber habe nie andere Geruchsspuren eingebaut, um den Hund von vornherein auf den Läufer zu fixieren. Viele machen es so, daß der Läufer unterwegs noch weitere Gegenstände verliert und damit praktisch eine Spur legt. Auch das funktioniert ;-)

Die Bezeichnung kannst Du frei wählen: Wir nennen es eigentlich Opfer, andere gerne auch Runner, Läufer, Versteckperson etc. Das hat aber nichts damit zu tun, daß derjenige im Wortsinne "wegläuft". Wie Du ja auch schreibst, ist es besser, keine zusätzlichen Bewegungsreize einzubauen.

Das Futter gebe ich auch nicht vor dem Hund der fremden Person. Das hat aber nichts damit zu tun, daß ich mich lächerlich mache, sondern der Hund lernt, daß die Versteckperson der tolle Mensch ist, zu dem er hin will. Daß ich der Chef bin, weiß er spätestens beim ersten Anraunzer auf dem Trail...

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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Tanja » 21.06.2013, 12:12

Ich spreche hier nicht von Leckerlies. Wenn man wie wir mit dem Futterbeutel arbeitet hat das nix mit Leckerlies zu tun. Cleo kennt keinen Futternapf, sie bekommt Futter nur aus dem Beutel - sprich der ist für sie lebenswichtig. Wenn ich den einfach jemand fremden in die Hand gebe, der dann damit auch noch wegrennt/weggeht mache ich mich als Chef vor meinem Hund mehr als vertrauensunwürdig/lächerlich. Darum finde ich diese sogenannte Motivation mit dem Futter wedeln und dann geht das Opfer (wie aus einem der Links oben) damit weg, mehr als fraglich... Das Opfer gibt bei uns dem Hund gar nichts, nach der Anzeige beim Finden fliegt der Beutel und es wird im Beisein des Opfers gefüttert. Weil: Nicht das Opfer ist die Hauptattraktion am Ende, sondern dass wir als Team gemeinsam erfolgreich "gejagt" haben und nun die Beute kommt ;)

Das es funktioniert stelle nicht in Frage, aber ein hinterfragen/kritisieren der Methoden darf hier wohl erlaubt sein ;) Ich habe zwei Leute bei mir in der Gruppe, die wegen einer dieser "Weglaufmethode" echte Schwierigkeiten haben, daher der Versuch einer Diskussion über diese Methoden...
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon sonnenschein » 21.06.2013, 12:44

Tanja hat geschrieben:Weil: Nicht das Opfer ist die Hauptattraktion am Ende, sondern dass wir als Team gemeinsam erfolgreich "gejagt" haben und nun die Beute kommt ;)

Bei mir ist das Opfer die Hauptattraktion. Die füttert und bespielt den Hund ohne mich, um sicherzustellen, daß wir als Team dasselbe wollen: Das Opfer finden. Wenn ich den Menschen suche und der Hund Futter, ist die Suche aus, wenn der unterwegs was essbares findet.
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Tanja » 21.06.2013, 13:04

Nee, das ist so komplett falsch.

Das ganze ist ja ein großes Ritual - unsere gemeinsame Jagd. Unterwegs wird nix anderes gesucht oder gefunden da können auch Hasen den Weg kreuzen oder halb vergammelte Brötchen direkt auf dem Trail liegen, ist ihr egal (ja, sie geht wirklich dran vorbei ;)). Für die Fokussierung des Hundes bin aber ich verantwortlich und nicht der Mensch am Ende.

Was dahintersteht ist immer wieder, dass Cleo nur mit mir zusammen erfolgreich sein kann auf der Jagd. Der Hund sucht den Menschen, den Futterbeutel habe ich bei mir während des ganzen Trails, da müsste sie nicht lange suchen 8-) . Aber die Beute teile nur ich mit meinem Hund.
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon sonnenschein » 21.06.2013, 13:31

Tanja hat geschrieben:Nee, das ist so komplett falsch.

Es ist nicht falsch sondern anders.
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Re: Wie wurden eure Hunde angetrailed?

Beitragvon Tanja » 21.06.2013, 13:33

Sorry, das war missverständlich. Das bezog sich auf die Annahme, dass der Hund das Futter sucht und nicht den Menschen :) NIcht auf euer Ritual
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