Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Gerade Neu-Beagler haben viele Fragen, die sich auf die Erziehung bzw. das Verhalten ihrer Kleinen beziehen. Hier finden sie Anregungen, Tipps und Antworten auf Fragen die speziell mit Welpen zu tun haben.

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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Beagle-im-Teich » 16.11.2017, 18:53

Geduld, Geduld und nochmals Geduld.
Grenzen aufzeigen und einhalten. Konsequent.
Was tun die älteren Hunde, wenn die Kleinen zu aufdringlich werden oder zu dolle beißen? Richtig, sie machen den Kleinen eine deutliche Ansage und ignorieren sie dann für eine Weile. Die wilde Hilde hat es schon gesagt.
Ich sagte es schon einmal: ihr müsst Lina zeigen, wo es lang geht und wie weit sie gehen darf.
Gweneth hat geschrieben:Ist es normal, dass sie höllisch aufdreht, sobald besuch da ist und der sie begrüßt? Das richtig schlimm :oops: Sie verhält sich dann immer so, als sein sie beste freunde, da wird natürlich dann geschleckt, geschnappt und gerannt :naughty:
Das kommt auf das Verhalten des Besuchs an. Auch wenn sie noch so süß ist und guckt, sollte sich der Besuch nicht sofort mit Lina befassen.
Erst mal rein kommen und das Beaglechen ignorieren. Zweibeiner begrüßen, Jacke ausziehen, hinsetzen. Dann erst darf der Besuch auch Lina Zuwendung geben. Natürlich sollte sie dann ruhig und bestenfalls gelassen sein. Zuwendung geben, wenn Lina aufgeregt/aufgedreht ist, sollte unbedingt unterlassen werden.
Jede Art von Zuwendung, wenn Lina aufgeregt und aufgedreht ist, ist eine Bestätigung ihres Benehmens und kontraproduktiv.
Der Besuch muss aber auch mitspielen und ihr müsst ihm sagen, wie er sich verhalten soll.
Geduld. Ihr könnt nicht erwarten, nach 2 Wochen einen perfekten Hund zu haben. :naughty:
Liebe Grüße von Jule, Paula
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Gweneth » 16.11.2017, 21:47

Beagle-im-Teich hat geschrieben:Erst mal rein kommen und das Beaglechen ignorieren. Zweibeiner begrüßen, Jacke ausziehen, hinsetzen. Dann erst darf der Besuch auch Lina Zuwendung geben. Natürlich sollte sie dann ruhig und bestenfalls gelassen sein. Zuwendung geben, wenn Lina aufgeregt/aufgedreht ist, sollte unbedingt unterlassen werden.
Jede Art von Zuwendung, wenn Lina aufgeregt und aufgedreht ist, ist eine Bestätigung ihres Benehmens und kontraproduktiv.
Der Besuch muss aber auch mitspielen und ihr müsst ihm sagen, wie er sich verhalten soll.

Ja, das werde ich mal so weitergeben.

Wir versuchen ja auch konsequent zu sein. Vorhin meinte sie, sie muss meine Unterlagen beschnüffeln, was auch völlig in Ordnung ist. Aber dann ging der Mund auf und ich habe sofort "Nein!" gesagt. Sie schaut mich dann an. Wenn ich Glück habe, geht sie weg, aber dann versucht sie es wieder. Ich sage "Nein!" und es fruchtet nichts. Also gehe ich hin, nehme es ihr entweder weg und schiebe sie zur Seite und sage "Nein!". Manchmal funktioniert es, aber oft schnappt sie dann auch nach mir =( In solchen Situationen habe ich das Gefühl, dass ich sie enorm stresse, weil die ganze Zeit das Wort "Nein!" kommt.

Vorhin war ich wieder am Verzweifeln. Es war Besuch da, wir waren spazieren. Alles in Ordnung. Dann waren wir daheim und sie ist fast sofort auf meine Beine geklettert und eingeschlafen. (so sollte das ja sein, auch wenn nciht immer nur auf den Beinen.) Dann ist er weggegangen und seit dem Moment war sie natürlich wach und wurde von Minute zu Minute aufgedrehter. Ich habe sie dann bei meinem Freund gelassen, um in Ruhe noch etwas zu essen und er meinte später zu mir, dass sie wohl unbedingt zu mir wollte. Er musste dann zum Training, also kam sie in mein Zimmer. Aber zur Ruhe konnte ich sie nicht bringen. Irgendwann war natürlich Pipi im Zimmer. Aufgeregter Welpe, kein Wunder. Aber sie wollte und wollte sich nicht beruhigen. Ich war echt mega am Ende, erschöpft und völlig psychisch fertig. Dann habe ich sie geschnappt und musste mir die Tränen zurückhalten (ja, das ist blöd, ich weiß das, aber ich gebe mir enorme Mühe.) bin mit ihr rausgegangen (nach dem Anleinenkampf) und sind zum Sportplatz zu meinem Freund. Unterwegs wurden noch paar Fremde angeknurrt, die allerdings hocherfreut über klein Lina waren und sie hat dann auch schnell begriffen, dass keine Gefahr droht und hat sich streicheln lassen.

Am Sportplatz hat mich dann mein Freund beruhigt und ich habe ihn angebettelt mit heim zu gehen, aber er meinte, ich schaffe das. HAt mich versucht zu beruhigen, während klein Lina um uns rumtüppelte und hocherfreut über alles war. :roll: Er meint, dass die Kleine mich abgöttisch liebe und immer bei mir sein will, aber dass sich eben alles noch einspielen muss und dass wir das hinbekommen.
Ich versuche immer lieb zu Lina zu sein, sie nicht zu schimpfen oder so. Aber in solchen Momenten spürt sie sicher auch meine Verzweiflung =( Ich muss noch viel stärker werden. Drinnen war sie noch kurz spinnig, aber beim hochtragen hat sie mir immerhin mal nicht in mein Händchen gebissen, was ja leider ihr neuster Tick ist. Und nach kurzem hin und her gewusel wollte sie hoch. Sie sitzt dann oft da und schaut mich mit ihren großen Augen an. Sie weiß zum Beispiel, dass wir sie immer loben, wenn sie brav in ihr Körbchen geht. Also sitzt sie da auch manchmal drin und schaut mich einfach nur an. Aber ich kann den Blick nicht deuten. :? Ich würde sie so gerne besser verstehen.
Aber kann es sein, dass, wenn sie dolle Häufchen oder Pipi muss, sie vllt quängelig und damit auch spinnig wird? Manchmal beruhigt sie der Gang nach draußen dann, nicht immer, aber manchmal. Und jetzt liegt sie ja auf meinem Schoß und döst vor sich hin.
Sorry, bissle viel Text geworden. Aber ich bin ein Ängstling und will immer nur alles richtig machen. =(
Ich lese so viel, versuche Dinge umzusetzen, aber manches klappt einfach nciht. Inzwischen hat sie 'Sitz' (wenn sie will) richtig gut drauf und auch 'down'. Ich versuche sie immer wieder durch das Training runter zu bekommen, das scheint manchmal auch zu helfen.
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Wilde Hilde » 17.11.2017, 10:14

Ich bin da völlig bei Hermann, der Besuch sollte Lina nicht beachten so lang sie rumspringt und aufdringlich ist.
Ich muss ganz ehrlich gestehen :? bei uns hat das nie geklappt. Meine Eltern z.B. haben sich immer so gefreut als Letty noch Welpe war (Heute natürlich auch) und da sie so klein sind tut das gehopse natürlich nicht weh.
Was das angeht haben wir die Hunde versaut :lol: Heute ist es Lotte die, die durchdreht, Letty ist eher ruhig.
Viele Sachen kommen auch mit dem Alter. Es sind halt so lebensfrohe, aufgeschlossene Tierchen. Das finde ich auch so sympatisch. Wenn sie dann mal dreckig sind und springen ist es natürlich nicht mehr so süß, aber meine Familie hat mit dazu beigetragen... Also selbst schuld :anonym
Gebt der Kleinen Zeit und lernt einige ihrer Macken vielleicht auch zu verstehen. Meine Zwei sind nicht perfekt, aber ich liebe sie und verstehe warum sie was tun. :win:
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Gweneth » 17.11.2017, 12:26

Wilde Hilde hat geschrieben:Gebt der Kleinen Zeit und lernt einige ihrer Macken vielleicht auch zu verstehen. Meine Zwei sind nicht perfekt, aber ich liebe sie und verstehe warum sie was tun. :win:

Ja, natürlich. Ich sage mir auch immer, wenn sie ihre welpischen Macken hat: 'Sie ist ja noch ein Baby'. Wenn diese welpischen Schnappmacken verschwinden würden, dann wäre ich shcon sehr glücklich.
Ich habe bissle Sorge, dass ihre absolute Übermütigkeit bleibt :doh: Sie ist immer noch total aufgeregt im Garten. Wann legt sich das denn etwas, also, wenn sie nicht zu den sehr aufgeregten Pupsern gehört?
Sie will nämlich am liebsten immer nur rennen, wenn wir rausgehen. Alles ist interessanter. Ich habe es draußen auch schon mit Spielzeug versucht oder ihr gezeigt, ich habe Lekerlis und sie damit belohnt. Aber alles andere ist ja so viel interessanter. Jeder Grasstängel, den sie vermutlich schon zig mal abgelutscht hat.
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Steffen64 » 17.11.2017, 13:07

...ich vergleiche ihre Übermütigkeit mit einem Kleinkind auf einem neuen Spielplatz. Da wir auch getobt. Ich denke, in 4 Wochen ist das Thema gegessen

Gruß

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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Gweneth » 17.11.2017, 13:22

Mein Freund hat sie in die Box gesteckt. Sie war zwar noch nicht so übermütig wie sonst (sie hat wieder nach mir geschnappt und wollte mich als Spielzeug verwenden), meinte aber, sie war zweimal draußen und hat seit dem Aufstehen nicht geschlafen und wir packen sie jetzt in die Box. Da gab es IN der Box dann natürlich Geschrei. Vorher haben wir bissle geübt. Sitz und Platz geht normal ganz gut, manchmal schaut sie mich einfach nur an und ich frage mich, was wohl in ihrem Köpfchen vorgeht. In die Box geht auch, sie sollte eigentlich Platz von anfang an machen, aber da sie es noch nicht konnte, haben wir eben Sitz beigebracht. Also springt sie in die Box, macht Sitz und hofft auf ein Leckerli. Ich habe sie schon dazu gebracht, dass sie auch dort drinnen Platz macht, aber sie ist dann ziemlich irritiert.
War das aber in Ordnung so? Also, dass wir die Tür zugemacht haben dann? Sie schläft jetzt auf jeden Fall. Und das Gejaule ging sicher keine 10 Minuten.
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Steffen64 » 18.11.2017, 11:17

Ich hab zwar keine Ahnung von Welpenerziehung, aber das liesst sich nach einem gangbaren Weg an. Als ich 2 oder 3 Mal mit Ginger in der Welpenschule war, hab ich Ähnliches gesehen.

Gruß

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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Beagle-im-Teich » 18.11.2017, 13:08

Gweneth hat geschrieben:
Wilde Hilde hat geschrieben:Ich habe bissle Sorge, dass ihre absolute Übermütigkeit bleibt :doh: Sie ist immer noch total aufgeregt im Garten.
Keine Angst. Der Übermut legt sich. Euer Pupser ist doch erst knapp 14 Wochen alt. Und sie kann leider nicht jederzeit in den Garten. Ihr wohnt eine Treppe hoch, die Lina (noch) nicht alleine bewältigen kann. Und im Garten gibt es immer noch etwas neues zu entdecken und zu lernen. Denn sie lernt so ihre Umgebung kennen. Also lasst sie draußen einfach machen. Drinnen ist sie schon genug Einschränkungen unterworfen.
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Beagle-im-Teich » 18.11.2017, 13:40

Gweneth hat geschrieben: Also springt sie in die Box, macht Sitz und hofft auf ein Leckerli. Ich habe sie schon dazu gebracht, dass sie auch dort drinnen Platz macht, aber sie ist dann ziemlich irritiert.
War das aber in Ordnung so? Also, dass wir die Tür zugemacht haben dann? Sie schläft jetzt auf jeden Fall. Und das Gejaule ging sicher keine 10 Minuten.
Natürlich war das gut, die Tür zuzumachen. Und es reicht völlig, wenn sie in der Box Mal Sitz macht; notwendig ist das nicht. Und klar ist sie irritiert, wenn sie Platz machen soll. Das ist schließlich keine echte Schlafposition. Da kringelt sie sich lieber ein. Das Protestieren (Gejaule) wird sich legen.
Und Lina lernt: In die Box gehen, Ruhe bewahren, Tür zu, ruhig bleiben, einkringeln und schlafen. Alle sind zufrieden. :biggthumpup
Wir haben unsere Jule mit 8 Wochen bekommen. Nach 2 Wochen bei uns war sie stubenrein. Sie wurde aber ständig beobachtet und sobald sie aufgeregt im Kreis und hin und her trippelte (das typische Zeichen, dass sie muss) sind wir sofort mit ihr raus in den Garten.
Insgesamt hat Jules Grundausbildung/-erziehung ca. 4 Monate gedauert, bis das meiste zu gut 90% klappte. Und die Erziehung hört nie auf. Es gilt, das bereits Erlernte zu festigen und ihren Geist mit neuem zu fordern.
Das geht natürlich nur mit Geduld. Nicht geduldig für ein paar Tage, sondern für die nächsten Monate.
Dadurch bekommt man aber auch viel zurück. Viel Freude am Erreichten. Mehr innere Zufriedenheit und dadurch auch mehr innere Ruhe.
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Schnappen

Beitragvon Gweneth » 12.04.2018, 21:42

Hallo ihr Lieben,

heute suche ich nach langer Zeit Rat bei euch, weil ich mich unsicher bin, dass unsere Trainerin das Ganze richtig einschätzt.
Unsere nun 8 Monate alte Lina schnappt ab und zu. Sie beißt nicht richtig zu, es ist schnappen, aber zwickt manchmal, wenn sie die Haut blöd mit den Vorderzähnen erwischt.

Wann sie schnappt:
Es ist wirklich schwer zu sagen und manchmal frage ich mich, ob es vielleicht an unserer eigenen Körperhaltung liegen kann.
Sie lässt sich normal ganz gut hochnehmen, was auch nötig ist, weil wir eine sehr steile Treppe haben. Aber ab und zu schnappt sie manchmal nach einen. Was ziemlich unangenehm wird, weil es auch schon ins Gesicht ging. Wenn dann kurz geschimpft wurde, ist sie normal wieder friedlich. In manchen dieser Momente hatten wir schon den Gedanken, dass sie sich unwohl fühlte, weil sie dringend muss. Das würde den Grund erklären, aber das ändert ja nichts daran, dass sie es nicht darf. Uns wurde ganz stark nahe gelegt sie zu "maßregeln". Aber dann schnappt sie normalerweise noch viel mehr. Umso heftiger man reagiert, reagiert sie auch. Und sie auf den Boden zu pressen und sie so an der Brust zu halten, dass sie irgendwann aufgeben muss, finde ich nicht zielführend und auch nicht gut. Wir haben sie nun schon öfters gemaßregelt, auch wenn sie etwas angeknabbert hat und partout nicht hören wollte, aber es funktioniert nicht immer. Vor kurzem habe ich sie extrem laut dann ausgeschimpft, weil sie nicht mit dem Schnappen aufhören wollte. (Wobei es sein kann, dass sie hier nur spielen wollte. Aber das war mir dann zu heftig und ich hatte auch keine Lust.) Dabei ist sie etwas weiter nach unten gegangen und hat sich irgendwann hingelegt (nicht auf dem Rücken). Nach ein paar Sekunden bin ich zu ihr runter und sie hat meine Hand geschleckt und alles war gut.

Aber das mit dem Schnappen bleibt. Ich weiß nicht, ob es ein Spielen bei ihr wird, wenn ich sie manchmal maßregele oder einige ihrer Schnappversuche grobes Spielen ist, aber es ist natürlich viel zu heftig.

Sie hat auch schon mal geknurrt, als wir sie hochnehmen wollten und dann natürlich geschnappt. „Natürlich“, weil das Knurren ja im Nachhinein schon der Vorbote war. Es war noch nicht oft, aber ich finde es schon bei einmal reicht es.
Sie hat immer noch Schlapfprobleme. Aber wir arbeiten daran, sind beim Arzt deswegen und es ist bereits besser geworden! Allerdings könnte die Übermüdung bei ihr auch ein Grund sein. Wenn sie beim Spazieren zu heftig wird und ich weiß, sie ist völlig fertig und rennt im Nachhinein nur noch, weil sie in ihre hyperaktive Phase gerutscht ist, kann ich sie normal auch problemlos hochnehmen und sie lässt sich tragen.

Fazit ist, wir wissen nicht genau, weswegen sie schnappt und haben nur Anhaltspunkte. Ich habe nur das Gefühl, dass diese „Korrektur“ oder „Maßreglung“ bei ihr zu viel ist und das ganze hochschaukelt.

Sie ist ansonsten ein lieber Beagle, sehr aufgeweckt, immer etwas unsicher am Anfang, aber lässt sich sehr schnell auf neue Kontakte ein und eigentlich von ihrer Seite immer sehr positiv. Sie ist auch sehr verschmust und hat auch gar kein Problem, wenn ich ihr den Knochen oder etwas Ähnliches wegnehme. Oft bringt sie mit den sogar um darauf aufzupassen. :roll: Sie gehört zu den Hunden, die am liebsten jeden anspringen und im Gesicht schlecken möchten. (Woran wir allerdings arbeiten, damit sie die Leute ruhiger begrüßt. ;) Was auch schon viel besser funktioniert.)

Wie gesagt, unsere Vermutung ist die Übermüdung. Mein Freund meint, man muss sie eben maßregeln, aber ich habe wie gesagt das Gefühl, dass sie ein unfassbar sensibler Hund ist und das ganze nicht begreift und wir sie zum Teil damit sogar schon verschreckt haben. Wenn sie in ihrer Phase völliger Erschöpfung Dinge anknabbert und wir z.B. vom Tisch aufstehen und was sagen. Setzt sie sich sofort gerade hin und rutscht an den Rand. Ich habe wirklich dolle Angst, dass das mit dem maßregeln oder korrigieren nach hinten losgegangen ist. =( Auch wenn es uns immer noch empfohlen ist.
Vielleicht hört sich das blöd an, aber irgendetwas in mir sagt, dass wir das mit dem Schnappen anders angreifen müssen. Laut schreien scheint sie ja auch erstmal perplex zu machen und ich denke eigentlich shcon, dass sie weiß, was sie darf und was nicht.

Was mich also bei euch interessieren würde ist. Wie habt ihr das bei euren Hunden gemacht? Mit welcher Taktik würdet ihr an die Sache gehen?

Ich liebe diesen kleinen Hund über alles und möchte nicht, dass wir etwas bei ihr am Ende kaputt machen.

(Also wir prügeln sie jetzt nicht, es ist diese seltsame Korrektur, mit der man den Hund an die Seite vom Nacken (in etwa) stößt. Auf dem Laminat ist sie nach mehrmaligen auch mal etwas gerutscht. Und einmal hat sie die Wand etwas erwischt, wie sie genau daneben stand. Aber sicherlich nie so stark, wie sie sich selbst beim Toben schon angeschlagen hat. Sie wurde ja auch schon einmal heftig am Auge von einem anderen BEagle in der Zucht erwischt. Könnte da vllt etwas hängen geblieben sein? Ich fühle mich bei dieser Korrektur auch nicht wohl, wie gesagt. Etwas in mir schreit ganz laut, dass es hier nicht gemacht werden sollte...)
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Re: Schnappen

Beitragvon Beagle-im-Teich » 12.04.2018, 23:19

Das Schnappen kann tatsächlich Teil ihres Spiels sein. Und auch die Abwehr einer für sie unangenehmen Situation.
Nichts desto trotz hilft Schimpfen da gar nichts. Sie interpretiert das als das Bellen ihrer Zweibeiner. Und Bellen kann sie auch.
Wir haben die besten Erfahrungen mit ignorieren gemacht.
Sie schnappt, du sagst laut aber ruhig "aua" und ignorierst sie dann für eine Weile. Nicht nur ein paar Sekunden oder eine Minute. Es muss schon eine spürbare Zeit sein. Natürlich trägst du sie dann auch nicht die Treppe rauf, sondern setzt sie wieder auf den Boden. Gehe ruhig die Treppe rauf und lass sie unten.
Auch wenn sie an Leuten oder euch hochspringt - wegstroßen (nicht brutal und heftig, sondern ruhig und bestimmt) und dann ignorieren.
Wir haben damit jedenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht. Jule schnappt nicht und springt auch niemanden ohne Aufforderung an. Und ist sie beim Zerrspiel mal etwas zu heftig, reicht mittlerweile ein ruhig gesagtes "vorsichtig" aus, um sie tatsächlich vorsichtiger zufassen zu lassen.
Ich wünsche euch viel Erfolg beim Training.
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Re: Schnappen

Beitragvon Gweneth » 13.04.2018, 14:11

Schön, dass jemand genauso denkt wie ich. Ich wollte das von Anfang an so handhaben, aber uns wurde wirklich SEHR nahegelegt, sie immer zu maßregeln. Ich habe mir schon echt Sorgen gemacht, weil es immer hieß "das Verhalten ist respektlos. Das kann man nicht akzeptieren. Da muss man etwas machen. Wenn sie knurrt, musst du richtig dolle schimpfen." Damit wurde mir richtig dolle Angst gemacht, dass wir ohne die Korrekturen unseren Hund versauen und er nur noch frech ist und uns auf der Nase rumtanzt. Hätte man uns das nicht immer und immer wieder gesagt, dann hätte ich mir da auch gar nicht so Sorgen gemacht. Und ich denke, dann wäre ich auch nicht so unsicher mit allem gewesen. =( Mir wurde zwar auch gleichzeitig gesagt, wenn ich das mit der Korrektur nicht kann, also es nciht fühle, dann soll ich es nicht machen. Aber ohne ging ja scheinbar auch nicht. :?
Ich denke mir auch, was wenn sie nicht mehr knurrt, weil ich sie immer ausgeschimpft oder gemaßregelgt habe? Dann habe ich am Ende einen Hund, der immer schnappt ohne zu Warnen. Ich werde das jetzt mal mit dem Ignorieren einige Zeit ausprobieren. Mein Freund rief mich vorhin an und meinte, er denkt, unsere Lina sei halt ein ganz besonderer Fall und er denkt auch, dass das mit der Korrektur doch nicht so das Wahre bei ihr ist!
Es ist halt sehr evident, dass sie manchmal schnappt, wenn man sie ignoriert. Kurzes Beispiel. Sie ist sehr müde, aber legt sich nicht alleine hin. Wir ignorieren sie. Dann fängt sie an, Dinge anzuknabbern. Und wenn es schon SEHR schlimm ist mit der Müdigkeit, dann springt sie an uns hoch. Und wenn man sie dann ignoriert, schnappt sie manchmal nach einem. :? Ich habe es inzwischen so gut hinbekommen. Wenn ich das Zimmer verlasse und in der Küche arbeite (ja, sie akzeptiert arbeiten in der Küche. :lol: ) Dann legt sie sich nach kurzer Zeit alleine hin. Danach ist das mit dem Schnappen meist auch weg und sie ist ein friedlicher kleiner Puper. Ich vermute, dass das meiste Schnappen bei ihr auf das Unwohlsein von der Müdigkeit zurück zu führen ist. Und schon deswegen denke ich, dass eine physische Bestrafung nicht gut ist.
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Re: Beaglewelpe schnappt, beißt und zwickt !!

Beitragvon Beagle-im-Teich » 13.04.2018, 19:06

Zwischen Korrektur und Bestrafung ist ein großer Unterschied.
Korrektur z.B. ist ein kurzer Ruck an der Leine, wenn Jule beim Einkaufen in der Stadt meint, sie müsse einen anderen Weg nehmen. Bestrafung wäre z.B. Schlagen oder Treten für das gleiche "Vergehen".
Ignorieren ist für alle Hunde unangenehm. Sie tun fast alles, um von in ihrem Rudel nicht ignoriert zu werden.
Wir haben bei Jule fast sofort damit angefangen als wir sie mit 8 Wochen bekommen haben. Wir haben das ziemlich konsequent durchgezogen und es hat funktioniert. Sie knabbert keine Möbel an, frißt keine Schuhe und bettelt nicht bei Tisch. Und meist lässt sie sich draußen auch abrufen, wenn sie ohne Leine unterwegs ist.
Gelernt haben wir diese Art der Erziehung von einem Dobermann. Der hat uns gezeigt, wie Hunde das untereinander tun. Eeron, so heißt der Dobermannrüde, ist 5 Monate älter als Jule. Den (und ein paar andere Hunde) haben wir bei unserem ersten Spaziergang mit Jule im Alter von 10 Wochen getroffen. Die beiden sind immer noch die besten Freunde.
Bei unerwünschtem Verhalten gab's einen kurzen Knuff mit Pfote oder Nase und dann wurde ignoriert. Jule zeigte dann das typische Beschwichtigungsverhalten und nach etwas Zeit war der Vorfall auch von Eeron vergessen.
Wir haben es auch so gemacht. Gut, ja, wir haben auch schon mal geschimpft, aber das war und ist nicht unsere Erziehungsgrundlage.
Bei einem 8 Monate alten Beaglechen wird es aber viel mehr Geduld und Zeit erfordern, als bei einem jungen Welpen.
Viel Erfolg.
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Re: Schnappen

Beitragvon Beagle-im-Teich » 13.04.2018, 21:39

Gweneth hat geschrieben:Wenn ich das Zimmer verlasse und in der Küche arbeite (ja, sie akzeptiert arbeiten in der Küche. :lol: ) Dann legt sie sich nach kurzer Zeit alleine hin. Danach ist das mit dem Schnappen meist auch weg und sie ist ein friedlicher kleiner Puper.
Da siehst du doch, dass es geht. Bist du in der Küche, ignorierst du Lina ja in gewisser Weise. Sie beruhigt sich und gut ist es. :sup:
Ihr müsst eben auch an ihrer Toleranzschwelle arbeiten. Sie muss einfach tolerieren und akzeptieren, dass ihr ein bestimmtes Verhalten nicht wollt. Nicht sie bestimmt, was wann wie gemacht wird, sondern ihr.
Natürlich muss Fehlverhalten korrigiert werden, aber nicht bestraft. Schimpfen bringt auch nichts, aber ein energisches NEIN sollte es schon geben.
Ihr müsst einfach sturer und penetranter sein, als euer Beagle. Das zahlt sich aus.

Ein Beispiel: Lina knabbert am Stuhlbein - ein kurzer Knuff, um ihre Aufmerksamkeit umzulenken, verbunden mit einem energischen NEIN - ignorieren. Das so lange, bis sie nicht mehr weiter knabbert. Hört sie auf und wendet sich vom Stuhlbein ab - Leckerchen!!!
Es wird nicht allzu lange dauern, bis der Knuff nicht mehr notwendig ist und ein NEIN genügt. Leckerchen!
Und: konsequent bleiben.
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